Die Bruderschaft der Theosophen

23.08.2018

Sie erweisen sich als Gelehrte, Wissende und Weise, nicht selten sogar als göttliche Propheten. Unzählig viele Menschen haben durch sie jene Energie und Kraft von Liebe, Harmonie, Hoffnung und Frieden erfahren, die sie sich ein Leben lang wünschten und erhofften.

Seit unvordenklichen Jahrtausenden kennt man dieses Phänomen das, zu ganz bestimmten gleichwohl unterschiedlichen Zeiten, irgendwo auf der Welt, ohne das zunächst ein höherer Zusammenhang vermutet werden würde, ganz bestimmte Menschen in Erscheinung treten. 

Die weltlichen Namen dieser wirklich 'großen Lehrer', sprechen auch für die jeweilige Zeit:

Gautama Siddhartha, Lao-Tse, Platon, Aristoteles, Pythagoras, Apollonios von Tyana,  Sokrates, Plutarch von Chaironeia, Demokrit, Jesus von Nazareth, Paulus von Tarsus, Flavius Claudius Iulianus, Marcus Aurelius, Manco Cápac, Michel de Nostredam, aber auch Namen wie: Leonardo da Vinci, Johann Wolfgang von Goethe, Amadeus Mozart, um nur einige wenige hier namentlich zu nennen, die, so unterschiedlich ihr Habitus erscheinen mag, alle eines gemeinsam hatten: Sie waren Initiierte in die Mysterien.

Der Begriff Mysterien, der aus dem Griechischen stammt, bezeichnet wörtlich einen "alten Kult", ein "Geheimnis", und genau darin liegt die Herausforderung. Denn das, was aus der Überlieferung als Mysterium, als alter Kult, gilt, wurde nicht selten irgendwann von Menschen bewusst oder unbewusst verfälscht, um die diesem Mysterium innewohnende kosmische Wahrheit zum Eigennutz zu missbrauchen.

Aus diesem Grund postuliert die göttliche Weisheitslehre, die Theosophia, (griech. Theos = Gott und Weisheit = Sophia) explizit: 

"Glaube nichts, wovon dein Gewissen dir sagt, dass es falsch ist, einerlei woher es kommt."

Aus Erfahrung reifte jene Erkenntnis, dass jedwede Form des Scharlatanismus auf Unwissenheit und Egoismus beruht, mithin der wirksamste Schutz gegen ihresgleichen, allein im Wissen und Erkennen, notabene im Studium der seit unvordenklichen Zeiten überlieferten göttlichen Wahrheit liegt. 

Die Entwicklung der Menschheit vorhersehend, entstanden somit bereits zu Zeiten der alten Menschheitskulturen von Hindustan, Ägypten, Syrien, Griechenland, Peru, Rom, etc., die sogenannten Tempel- und Mysterien-Schulen. Die Lehren der Mysterien unterschieden sich in zwei Hauptgruppen: die kleineren und die größeren Mysterien.

Die kleineren Mysterien bestanden in der Hauptsache aus dramatisierten religiösen Riten oder Zeremonien und einigen wenigen inhaltlichen Lehren. Leicht erkennbar, dass gerade sie den besten Ansatz für Scharlatane und Egoisten boten.

Die größeren Mysterien hatten fast ausschließlich ein tieferes Studium zur Grundlage und die in ihnen gegebenen Lehren, mussten später, bei der Initiation (Einweihung), durch persönliches Erleben und Erfahren, als lebende innere Gewissheit unter Beweis gestellt werden.

In den größeren Mysterien wurde - unter anderem - die verborgene Bedeutung der Mythologien der alten Religionen, wie z.B. der ägyptischen oder griechischen, gelehrt. Der aktive und gewandte Geist der Griechen brachte eine Mythologie hervor, die aufgrund ihrer Anmut und Schönheit wohl nicht ihresgleichen findet, allerdings auch sehr schwer zu erklären ist.

Gleichwohl suchten die Mysterien von Samothrake und Eleusis, die zu den größeren gehörten, unter anderem auch die Bedeutung der Mythen zu erklären. Mythen, die als Grundlagen der exoterischen Religionen dienten; doch ist zu beachten, dass die Bezeichnung "exoterisch" nicht besagen will, dass eine solche Lehre an sich falsch ist, sondern nur, dass sie ohne den Schlüssel zu ihrer Deutung gegeben wurde. Eine solche Lehre ist symbolisch, illusorisch und streift die Wahrheit; die Wahrheit ist zwar in ihr enthalten, jedoch ohne den Schlüssel, die esoterische Bedeutung, wird der eigentliche Sinn nicht hervorgebracht.

Mysterien-Schulen kannte man aber, wie gesagt, nicht nur in Griechenland, sondern in allen namhaften alten Kulturen, bis ins alte Ägypten oder noch weiter zurück ins alte Hindustan.

Die Mysterien-Schulen aller Zeiten waren denn auch gekennzeichnet durch analoge vergleichbare Strukturen. So unterschieden sie alle die jeweils inneren, von den äußeren Schulen.

Alle Bewerber mussten von 'tadellosem Ruf und zufriedener Charakterlage' sein.

In den äußeren Schulen blieben die ausgewählten Schüler in ihren Familien wohnen und führten ein ganz normales gesellschaftliches Leben. Der Lehrstoff der gelehrt wurde, war rein exoterisch, was bedeutet, dass eine allegorische, also eine bildhafte und relativ leicht verständliche Sprache Anwendung fand, die durchaus alle Themen von Religion, Wissenschaft und Philosophie vermittelte, allerdings ohne den jeweiligen Schlüssel zu den tieferen göttlichen Weisheiten und Wahrheiten.

In den inneren Schulen lebten und wohnten die Schüler wie in einem Internat, auf einem für Unbefugte uneinsichtigen und unzugänglichen Schulgelände. Diese inneren Schulen bildeten ihre Schüler in drei Graden aus:

Grad = Hörer. Sie mussten zwei Jahre lang schweigen, beobachten, studieren und mussten sich bemühen das Gelehrte zu beherrschen.

Grad = Mathematiker. Diesen wurde Geometrie und Musik, die Natur der Zahl, der Form, der Farbe und des Tones gelehrt.

Grad = Physiker. Sie studierten Kosmogonie und Metaphysik. Am Ende dieses Studiums wurden sie in die Mysterien initiiert.

Gelehrt wurde in der Sprache der archaischen Weisheitslehre, in Sanskrit.

Sanskrit ist eine wissenschaftliche Sprache, bei der jeder Buchstabe einen numerischen Wert, mit entsprechendem Ton der diatonischen Tonleiter und somit eine entsprechende Bedeutung hat.

Bei den Schriftsätzen wurden, ohne irgendwelche Leer- und Zwischenräume, Buchstaben an Buchstaben gereiht, jeweils von rechts nach links geschrieben und allesamt Konsonanten. Vokale im eigentlichen Sinne kannte man noch nicht. Allerdings fügte man durch kleinere, nur für Insider erkennbare Striche, Punkte, Formen oder deren Kombinationen jeweils über den Konsonanten, gewisse Lautdifferentiationen ein, die natürlich die jeweiligen Aussagen in ihrem Sensus leicht bis stark verändern konnten.

Das Sanskrit wirkte somit quasi als eine Art Insider- oder Geheimsprache, weshalb die älteren und erfahrenen Brüder als Tutoren oder Nachhilfelehrer hoch im Kurs standen.

Heute ist das Sanskrit eine tote Sprache, die kaum noch jemand verstehen geschweige denn entschlüsseln kann.

Gleichwohl entsprechen alle jene schon damals vermittelten Weisheiten die, auch seinerzeit von bereits vorausgehenden Brüdern mündlich überliefert, später in den Mysterien-Schulen über Sanskrit weitergegeben wurden, der all-einen göttlichen Wahrheit. Allein zu dieser göttlichen Wahrheit gehört, dass alles mit allem verbunden, dass alles im Kosmos und in den unzähligen Universen Leben ist. Nichts ist ohne Leben, und das Eine fließt ins Andere wie das Größere das Kleinere evolviert und nach Zeiten wieder assimiliert.

Die Bruderschaft der Theosophen baut auf dieser uralten Tradition der Mysterien-Schulen auf und gliedert sich entsprechend, weltweit, in exoterische und esoterische Logen und Gruppen.

So kennt die Bruderschaft drei wesentliche Ziele:

  • Einen Kern der allumfassenden Bruderschaft der Menschheit zu bilden, ohne Unterschied von Rasse, Glauben, Geschlecht, des Standes oder der Hautfarbe.
  • Zum vergleichenden Studium von Religion, Philosophie und Wissenschaft anzuregen.
  • Noch ungeklärte Naturgesetze und die im Menschen latenten Kräfte zu erforschen.

Interessenten für eine Aufnahme in die Bruderschaft müssen erkennen lassen, dass sie nicht eines kurzweiligen Zeitvertriebes oder einer unbestimmten und unverbindlichen Neugier wegen den Kontakt, die Aufnahme, suchen, sondern dass sie sich glaubwürdig und ehrlich, zeitlich wie persönlich engagieren und in die Bruderschaft einbringen wollen.

Schlussendlich sollten sie bereit sein, göttliche Weisheit nicht nur spirituell ergründen und erkennen zu wollen - also gemeinsam, in kleineren Gruppen, den verborgenen Geheimnissen von Natur, Mensch und Evolution auf die Erkenntnisspur zu kommen -, sondern diese auch zum Wohle aller Menschen anwenden und leben zu wollen.

Frei nach Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe:

"Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun."

Die Bruderschaft der Theosophen:  Die Mysterien-Schule der Neuzeit.                          Spirituelles Erkennen und selbsterfahrene Gewissheit für ein Leben mit und nicht gegen die Gesetze der Natur und Evolution.   

f.h.


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