Das Weitergeben des göttlichen Lichts

06.12.2018

Ein jeder, der Erkenntnis sucht, findet und erkennt es, irgendwann, dass nämlich alles Werden, alles Leben im Universum, universalgültigen Regeln und Ordnungsprinzipien (allgemein als Naturgesetze bezeichnet) unterliegt. Dass die gesamte Evolution, ob Universum, Galaxis, Sonnensystem, Komet, Stern, Planet, Mineral, Pflanze, Tier, Mensch, kurzum ein jedes Atom nach regelmäßigen, zyklisch wiederkehrenden Abfolgen evolviert. 

Auf Evolution (Auswickeln) folgt Involution (Einwickeln) und vice versa; auf eine Periode kosmischer Aktivität (Manvantara), folgt immer eine Periode kosmischer Ruhe (Pralaya), wie auf jeden Frühling, Sommer, Herbst ein Winter folgt. So lösen Zeitalter für Zeitalter, Zyklus für Zyklus, die Perioden eines gleichwohl unaufhörlichen Werdens einander ab, wobei jedes zyklische Werden, jedes zyklische Leben, seinem eigenen Rhythmus folgt, der neue Generationen hervorbringt, die ihrerseits das in ihrem inneren Wesenskeim verborgene Licht, das göttliche Licht, von den vorausgehenden Generationen, den Vätern, empfangen haben.

Die Ordnungsprinzipien der Evolution (Naturgesetze genannt) erfordern es zudem, dass alle Generationen eine Zeitperiode lang, bis zu ihrem Höhepunkt, aufsteigen und alsdann wieder vergehen, sowohl physisch in Bezug auf die Zivilisation, als auch spirituell auf jene Ebene des Lichts bezogen; notabene auf die intellektuellen, ethischen und mentalen Pfade, denen die Menschen folgen, wenn sie die veredelnden Einflüsse des menschlichen Lebens hervorbringen. 

Auch die ewig wiederkehrende Frage, warum die alten Weisen und Seher im Leben Unsterblichkeit erkennen, kann an dieser Stelle kurz beantwortet werden, denn das LEBEN an sich ist ebenfalls ein Ordnungsprinzip, ergo unsterblich und unvergänglich. Für einen kosmisch-universal wahrnehmbaren Ausdruck benötigt das LEBEN allerdings wandelbare vergängliche Trägerstoffe, die seine Schutzhülle bilden, innerhalb derer es sich differenziert, individuell, entfalten kann: ein an unterschiedliche Schwingungen und Frequenzen angepasstes Stoff-Vehikel (Hülle, Schleier, Form, Körper) welches in Entsprechung und Analogie als graduell differenzierter Bewusstseinsträger dient. 

Bei alledem bleibt erkennbar dass jede Generation, anerkannter führender Weiser, Denker und Gelehrter bedarf, die als Lichtüberbringer liebevoll dabei helfen, jenes verborgene innere Licht, den göttlichen Funken, im Menschen zu entflammen und gewissermaßen den Phönix aus der Asche emporsteigen zu lassen. 

Diese Überbringer des Lichts wurden von den Initiierten des alten Griechenlands die Glieder der Goldenen Kette des Hermes genannt.

Aber was genau bringt diese Goldene Kette, was bringen diese Denker und Lehrer der Menschheit?

Nun, wenn man die Lehren aller großen Weisen und Seher überprüft, die immer unter den Menschen lebten, wird man erkennen, dass sie essenziell alle eins sind, und das, obwohl sie in verschiedenen Sprachen, in verschiedenen Formen und unterschiedlichen Gedankenformulierungen abgefasst wurden, mithin den verschiedenen Zeitaltern angepasst, in denen der jeweilige Lehrer lebte. Selbst obwohl sie immer in verschiedene Gewänder gekleidet und eingehüllt sind, ist der Kern der Wahrheit, die sie lehrten und lehren, ein und derselbe.

Überprüfen Sie, testen Sie diese Behauptung, prüfen Sie die Lehren, für sich selbst. Die Literatur der Welt steht Ihnen dazu zur Verfügung und ermöglicht es Ihnen dies zu tun.

Und wie sagte bereits Konfuzius (vermutlich von 551 v. Chr. bis 479 v. Chr.):

"Ich lehre nichts Neues. Ich lehre, was meine Vorgänger lehrten. Ich liebe die Alten und deshalb lehre ich, was sie lehrten."

Details der Lehren mögen verschiedenartig sein, notwendigerweise variieren auch ihre Formen, aber die Lehre an sich ist die Wahrheit, von der über die Natur, über ihr wirkliches Wesen, ihren Aufbau, ihre Arbeits- und Funktionsweisen, über ihre charakteristischen Merkmale und über ihre Gesetze notabene über die inneren Geheimnisse und Fähigkeiten des Menschen.

Wenn ein Theosoph Natur sagt, ohne weitere Spezifizierungen vorzunehmen, dann begrenzt er dieses Wort nicht auf die physische Welt allein. Er bezieht sich dann auf die Gesamtheit des Universums. Das schließt die göttliche, spirituelle, intellektuelle, physische und astrale Natur mit ein; er bezieht sich auf all die spirituellen und feinstofflichen Bereiche, Sphären, Welten und Ebenen, die zusammen den Geist, die Seele und den Körper des Universums bilden, wie große Denker des Westens und Ostens es einst ausdrückten.

Die großen Weisen und Seher lehrten: eine offene, äußere Lehre und eine innere, verborgene Lehre; eine exoterische Lehre für die Öffentlichkeit, und eine esoterische Lehre für diejenigen, die sich selbst als fähig erwiesen hatten, sie zu begreifen und daher auch bereit waren, sie geheim zu halten und als heilig zu betrachten. Denn wenn es angebracht wäre, diese esoterischen Lehren der Öffentlichkeit mitzuteilen, würde dies geschehen.

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere daran, dass die archaische Weisheitsreligion der Zeitalter das natürlich Erbe der Menschen ist. Sie gehört rechtmäßig allen Menschen. Aber als Einzelne haben wir kein Anrecht darauf, ehe wir nicht 'erwachsen' sind, ehe nicht unser Verstand gereift ist, und wir nicht länger in spiritueller und intellektueller Hinsicht wie Kinder sind, bereit, zu missbrauchen, was uns zwar rechtmäßig gehört, aber den irrenden Menschen von der Natur, den Göttern und den Meistern aus Mitleid, Liebe und Weisheit solange vorenthalten wird, bis die Menschen gelernt haben, sich zu beherrschen. Dann werden sie auch imstande sein, das, was ihnen aufgrund des natürlichen Rechtes zusteht, in der richtigen Weise anzuwenden. Dann wird auch keine Gefahr mehr für eine falsche Anwendung und für den Missbrauch bestehen.

Große und erhabene ethische Lehren bilden die Grundlage dafür, was beispielsweise die gesandte Botin der Meister, H.P.B. (Helena Petrovna Blavatsky) als Lehre weitergab. Sie zeigte uns, dass ethische und moralische Forderungen sich letztendlich auf den Aufbau und die Gesetze der Natur gründen, und dass Ethik und Moral nicht nur ein Ergebnis menschlicher Übereinkunft sind.

Das Richtige ist identisch mit Harmonie, das Falsche mit Disharmonie.

Harmonie ist das natürlich Herz der Liebe, der Musik und des Friedens, denn sie ist Gleichgewicht. Disharmonie ist gleichbedeutend mit Dissonanz, Unfrieden und Missklang in der Natur, wie auch im Leben der Menschen. Denn die ganze Natur ist beseelt, so wie der Mensch; und diese Lehre über Ethik ist eine der edelsten, die sie uns brachte. Sie lehrt uns unsere untrennbare Einheit, unser Eins-sein mit dem Herzen des Seins, so wie der Tod nicht länger als ein grässliches Phantom gesehen wird, sondern als eines der wunderbarsten Abenteuer, dem man sich als Mensch unterziehen darf, als eine erhabene und herrliche Initiation in andere Welten, in ein edleres, größeres und vortrefflicheres Leben.

Die Lehren der Theosophie geben also jenes Licht der göttlichen Weisheit weiter, jedenfalls an jene, die bereit, würdig und fähig sind dieses zu empfangen.

Es ist jene Weisheit, die bereits in allen vorausgegangenen Zeitaltern bekannt war. Dieselbe sternenklare Weisheit, göttlich in ihrem Ursprung - eine Wissenschaft, da sie die Fakten der gesamten kosmischen Natur wiedergibt; eine Religion, da sie die Menschheit zur Göttlichkeit erhebt; eine Philosophie, da sie die Probleme erklärt, die für die menschliche Intelligenz ein Rätsel waren.

Last but not least trägt ein jedes Lebewesen diese göttliche Weisheit in seinem eigenen inneren Kern in sich sowie den Funken und Samen göttlicher Schöpferkraft. 

Ein jeder von uns kann jenen Gottesfunken in sich selbst entzünden und zu einer wärmenden, lebendigen Flamme entfachen, die als Liebe, Harmonie und Frieden, ihr weithin sichtbares Licht in die Welt strahlt. 

Ein jeder von uns kann in sich selbst die Geburt seines göttlichen Wesens einleiten; ein strahlendes helles Licht, ein neuhinzugekommener Stern werden, der seine Mitmenschen erleuchtet, ihnen hilft, den inneren Pfad zu Selbst-Erkenntnis, den inneren Pfad zum Sinn ihres Lebens zu finden.

In diesem Sinne frohe Festtage und ein lichtvolles Jahr 2019. 

Namaste.

(fh)

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